Aktuelles

 

 

 

 

PrÀsentation des 100. Bandes der Gesamtausgabe


Das Erscheinen des 100. Bandes der Gesamtausgabe mit Sinfonien aus den Jahren 1787–1789 (
Joseph Haydn Werke, Reihe I, Band 14) hat das GĂŒrzenich-Orchester Köln zum Anlass genommen, in seinen Konzerten am 6., 7. und 8. November in der Kölner Philharmonie die Sinfonie C-Dur Hob. I:90 von 1788 nach der Gesamtausgabe aufzufĂŒhren. Die musikalische Leitung hat GMD Markus Stenz.

 

 

 

 

Widmungen bei Haydn und Beethoven. Personen – Strategien – Praktiken
Bonn, 29. September – 1. Oktober 2011


Vom 29. September bis 1. Oktober 2011 veranstalten das Joseph Haydn-Institut und das Beethoven-Archiv Bonn in Verbindung mit dem
Beethovenfest Bonn den internationalen musikwissenschaflichen Kongress Widmungen bei Haydn und Beethoven. Personen – Strategien – Praktiken.
Veranstaltungsort ist der Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses, Bonngasse 18–26, 53111 Bonn.

Flyer zum Kongress als PDF-Datei herunterladen

 

Donnerstag, 29. September

18.00 Eröffnung
BegrĂŒĂŸung
Prof. Manfred Harnischfeger, kommisarischer Direktor des Beethoven-Hauses
Prof. Dr. Wolfram Steinbeck, Vorsitzer des Joseph Haydn-Instituts e. V.

Öffentlicher Vortrag
Prof. Dr. Norbert Oellers (Bonn): Anrede- und Gruß-Formeln in der deutschen Briefliteratur und in Widmungstexten um 1800

Musikalische Umrahmung
Rebecca Maurer, NĂŒrnberg, spielt auf einem Tafelklavier aus den Sammlungen des Beethoven-Hauses

 

Freitag, 30. September

9.00–12.30
EinfĂŒhrung: Dr. Armin Raab (Köln)

Prof. Dr. Axel Beer (Mainz): Widmungen in der Geschichte des Musikdrucks. Ein historischer Überblick
Dr. Emily Green (New Haven): Dedications as Reception History. A Typology of Exchange, 1785–1830
Dr. Mekala Padmanabhan (Chennai, Indien/London): Dedications to Haydn by London Keyboard Composers (1790–1800)

Musikalische Ausgestaltung: Rebecca Maurer

14.30–17.30
Dr. Gerhard J. Winkler (Eisenstadt): Zwischen Strategie und Zueignung: Widmungen an MĂ€nner und an Frauen
Prof. Dr. Tom Beghin (Montreal): “The Lady Named on the Title Page”. The Rhetoric of Dedication in Haydn’s Keyboard Music
Prof. Dr. James Webster (Ithaca, N.Y.): „Al mio caro Amico Haydn“. Zum Widmungstext von Mozarts „Haydn-Quartetten“

17.45
FĂŒhrung durch die Ausstellung Freundschaftsgabe oder KalkĂŒl? – Beethovens Widmungen im Beethovenhaus

 

Samstag, 1. Oktober

9.00–12.30
EinfĂŒhrung: Prof. Dr. Bernhard Appel (Bonn)

Prof. Dr. Birgit Lodes (Wien): Widmungen – öffentlich oder privat?
Dr. Maria RĂ¶ĂŸner-Richarz (Bonn): Beethovens Bonner WidmungstrĂ€ger vor und nach 1792
Anna Schirlbauer, M. A. (Wien): Nikolaus Zmeskall – zwischen Musik und BĂŒrokratie, Österreich und Ungarn

14.30–16.00
Prof. Dr. Larissa Kirillina (Moskau): „Galitzin, der Cellist“. Prinz Nikolai Borissowitsch Golizyn als Musiker
Prof. Dr. William Kinderman (Urbana/Champaign, Ill.): „Der Verrueckte, die Verliebte, die Priesterin“: Beethovens Widmungen an Musiker aus seinem Bekanntenkreis

16.30
AbschlussgesprÀch

 

 

 

 

 

Verlegung von


Seit 1971 befindet sich das Joseph Haydn-Institut in einem denkmalgeschĂŒtzten Haus in der Blumenthalstraße 23 in Köln. Die BĂŒrorĂ€ume im zweiten Stock waren zuvor als Wohnung vermietet. Erst vor kurzem haben wir erfahren, daß hier zwischen 1923 und 1939 eine jĂŒdische Familie lebte: Der Rechtsanwalt Dr. Siegmund Klein mit seiner Frau Helene und den beiden Kindern Ilse und Walter. Die Familie floh 1939 in die Niederlande. Helene Klein starb dort; Siegmund Klein wurde, wie zuvor schon sein Sohn Walter, der ĂŒber  Frankreich zu fliehen versucht hatte, nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht.

Die Tochter Ilse ĂŒberlebte, weil sie bereits in Frankreich lebte und spĂ€ter in die Schweiz fliehen konnte. Einer ihrer Söhne, Prof. Dr. Giorgio Sacerdoti aus Mailand, hat kĂŒrzlich die Familienkorrespondenz aus den Jahren 1938–1945 veröffentlicht (Falls wir uns nicht wiedersehen ... Die Familie von Siegmund Klein zwischen Rettung und Tod. Briefe aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Italien, MĂŒnster–Berlin: Prospero, 2010).

Am 1. MĂ€rz wurden vor dem Haus Blumenthalstraße 23 in einer Feierstunde in Anwesenheit mehrerer Mitglieder der Familie Sacerdoti Stolpersteine mit den Lebensdaten von Siegmund, Helene und Walter Klein verlegt. Die Teilnehmer an der Feierstunde besuchten danach die ehemaligen WohnrĂ€ume der Familie Klein, die jetzt das Joseph Haydn-Institut beherbergen.

Photo: Clemens Harasim
Prof. Dr. Giorgio Sacerdoti und Gunter Demnig verlegen die Stolpersteine


Die bundesweite Aktion Stolpersteine ist eine Initiative des KĂŒnstlers Gunter Demnig zur Erinnerung an ermordete jĂŒdische BĂŒrger (
www.stolpersteine.com).
Presseberichte ĂŒber die “Stolperstein”-Verlegung in Express und haGalil.

 

 

 

Vortrag und Konzert am 4. Juni 2010


Zusammen mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der UniversitĂ€t Köln lud das Joseph Haydn-Institut am 4. Juni 2010 zu einem öffentlichen Vortrag und einem Konzert im Musiksaal des Musikwissenschaftlichen Instituts. Prof. Dr. Arnold Jacobshagen (Musikhochschule Köln) sprach ĂŒber Haydn, Rossini und die musikalische Biographik im frĂŒhen 19. Jahrhundert. Das Programm des anschließenden Konzerts stellte die im London der 1790er Jahre gefeierte Pianistin Theresa Jansen, verheiratet Bartolozzi, in den Mittelpunkt. Es spielten Anton Steck (Violine), Markus Möllenbeck (Violoncello) und Tom Beghin (Clavier). FĂŒr das Konzert stand ein FlĂŒgel von Longman, Clementi & Comp. (London 1798; restauriert von Chris Maene, Ruiselede, Belgien) zur VerfĂŒgung.

Theresa Jansen-Bartolozzi
SchĂŒlerin, WidmungstrĂ€gerin, Komponistin

Muzio Clementi (1752–1832): Sonata in C-Dur, Opus 33 Nr. 3 ‱ Theresa Jansen gewidmet
Joseph Haydn (1732–1809): Klaviertrio in E-Dur, Hob. XV:28
‱ Theresa Bartolozzi gewidmet
Theresa Jansen (ca. 1766 – 1860): Grand Sonata in A-Dur
Joseph Haydn (1732–1809): Klaviertrio in C-Dur, Hob. XV:27
‱ Theresa Bartolozzi gewidmet

 

 

 

 

 

 

H. C. Robbins Landon †


Am 20. November 2009 starb Howard Chandler Robbins Landon, einer der produktivsten und vielseitigsten Haydn-Forscher des 20. Jahrhunderts, in Rabastens (DĂ©partement Tarn, Frankreich). Landon gehörte zu den GrĂŒndern des Joseph Haydn-Instituts e.V. im Jahr 1955 und war Hauptherausgeber des 1958 erschienenen ersten Bandes der vom Institut erarbeiteten Gesamtausgabe Joseph Haydn Werke (Reihe XXIII, Band 2: Messen Nr. 5–8).


Aus der GrĂŒndungsakte des TrĂ€gervereins Joseph Haydn-Institut e. V.
Unterschriften der sieben GrĂŒndungsmitglieder

 

 

 

 

 

Landon wurde am 6. MĂ€rz 1926 in Boston geboren. Er studierte dort Musikwissenschaft, unter anderem bei dem Haydn-Forscher Karl Geiringer. Schon frĂŒh fĂŒr Haydn begeistert, grĂŒndete er 1949 die Haydn-Society mit dem Ziel, die Musik Haydns durch neue Editionen und durch Einspielungen der Musikpraxis zugĂ€nglich zu machen. In der von der Society herausgegebenen Gesamtausgabe Joseph Haydn. Kritische Gesamtausgabe / The Complete Works. Critical Edition edierte er zwei BĂ€nde mit Sinfonien. Nachdem das Projekt nach vier BĂ€nden eingestellt werden mußte, trieb er zusammen mit anderen fĂŒhrenden Haydn-Forschern seiner Zeit die GrĂŒndung des Joseph Haydn-Instituts voran.

Landon betrieb ĂŒber Jahre hinweg intensive Quellenstudien in zahllosen Archiven. Ein erstes Ergebnis war der umfangreiche Band The Symphonies of Joseph Haydn von 1955, der sich gleichermaßen der Chronologie, der Überlieferung und der Musik widmete. 1959 folgte eine Ausgabe der Briefe Haydns (in englischer Übersetzung). Seine Kontakte zu Sammlern in der ganzen Welt machten Landon Material zugĂ€nglich, das vielen anderen verschlossen blieb. (Daher war seine Ausgabe auch wesentliche Grundlage der originalsprachigen Briefedition von DĂ©nes Bartha 1965.)

Landon verfaßte mehrere Haydn-Biographien und bediente dabei alle nur denkbaren Leserschichten: Vom knapp gefaßten populĂ€rwissenschaftlichen Taschenbuch ĂŒber BildbĂ€nde bis zur monumentalen fĂŒnfbĂ€ndigen Dokumentarbiographie Haydn. Chronicle and Works (1980, 1978, 1976, 1977, 1977). In diesem seinem Hauptwerk sind zahlreiche Dokumente erstmals veröffentlicht. 1962 grĂŒndete Landon das Haydn Yearbook, von dem er bis 1998 22 BĂ€nde herausbrachte und worin er zahlreiche BeitrĂ€ge selbst verfaßte. 1996 wurde er durch eine Festschrift geehrt, 1999 veröffentlichte er seine Autobiographie Horns in High C.

Die Zahl der von Landon vorgelegten Editionen ist kaum ĂŒberschaubar. Teils gemeinsam mit anderen Forschern gab er Gesamtausgaben einzelner Gattungen heraus, so Gesamtausgaben der Sinfonien, der Klaviertrios und der Streichquartette. Bereits vorher hatte er AuffĂŒhrungsmaterial zu einigen Opern Haydns erarbeitet, das vielfach bis heute als Leihmaterial zu erhalten ist; hinzu kommen zahlreiche Einzelausgaben. Mit diesen Projekten, die oft in erstaunlich kurzer Zeit fertiggestellt wurden, erwarb sich Landon ganz wesentliche Verdienste um die Wiederentdeckung Haydnscher Musik in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts.

Die Mitarbeiter des Instituts werden H. C. Robbins Landon ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

 

 

RISM-Projekt am Joseph Haydn-Institut


Bis Ende 2009 wurde die Quellenkartei des Joseph Haydn-Instituts, in der nahezu sĂ€mtliche weltweit bekannten Quellen der Werke Haydns erfasst sind, von einem Retrokonversions-Unternehmen digitalisiert. Die Digitalisate wurden der Zentralredaktion des Internationalen Quellenlexikons der Musik (RISM) in Frankfurt zur VerfĂŒgung gestellt, die einen Abgleich mit der RISM-Datenbank vornimmt. Ziel ist es, die bei RISM verzeichneten Haydn-Quellen zu vervollstĂ€ndigen und fĂŒr das Joseph Haydn-Institut einen elektronischen Quellenkatalog zu erstellen. Diese erste Zusammenarbeit zwischen einem Editionsinstitut und RISM wurde von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz finanziert.

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Rainer Cadenbach †


Das Joseph Haydn-Institut trauert um Professor Dr. phil. Rainer Cadenbach, der am 22. Mai 2008 im Alter von 63 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin verstorben ist.

Rainer Cadenbach wurde am 1. Juli 1944 in Reichensachsen geboren. Er studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Bonn und promovierte 1977 mit der Arbeit „Das musikalische Kunstwerk“, mit der es ihm gelang, philosophisch-Ă€sthetische, musikhistorische und musiktheoretische Aspekte seiner StudienfĂ€cher glĂŒcklich miteinander zu verbinden. 1985 habilitierte sich Rainer Cadenbach mit einer quellenkundlichen Arbeit ĂŒber Max Regers Skizzen und EntwĂŒrfe und folgte 1987 einem Ruf auf die Professur fĂŒr Musikwissenschaft an der Hochschule (heute UniversitĂ€t) der KĂŒnste Berlin. Zahlreiche Publikationen hat Rainer Cadenbach vorgelegt, neben Dissertation und Habilitationsschrift unter anderem einen ertragreichen Ausstellungskatalog zum Mythos Beethoven (1986), eine viel beachtete Reger-Biographie (1991) sowie AufsĂ€tze zu musikĂ€sthetischen und musiktheoretischen Themen vor allem des 18. bis 20. Jahrhunderts.

Mitglied des Vereins Joseph Haydn-Institut e.V. war Rainer Cadenbach seit 2003 und mehrfach als ehrenamtlicher KassenprĂŒfer tĂ€tig. Seit 1998 moderierte Rainer Cadenbach, begnadeter und mitreißender Redner, die Konzerte der „Haydn-Dekade Stuttgart“ mit der zyklischen AuffĂŒhrung aller Sinfonien Haydns durch das Stuttgarter Kammerorchester unter Leitung von Denis Russel Davies und wurde so zu einem der besten Kenner von Haydns sinfonischem Schaffen. Auf Basis seiner KonzerteinfĂŒhrungen plante Rainer Cadenbach, ein Buch ĂŒber Haydns Sinfonien zu schreiben. Zudem hatte er den umfangreichen Sinfonie-Artikel in dem in Vorbereitung befindlichen Haydn-Lexikon ĂŒbernommen. Beides konnte er nicht mehr vollenden. Wie sehr neben vielem anderen auch seine Haydn-Kompetenz gefragt war, zeigt sich zum Beispiel daran, daß man ihn 2003 als SachverstĂ€ndigen in eine Diskussionsrunde an der Musikhochschule Stuttgart berief, die sich mit der Echtheit einer angeblich neu entdeckten Messe Haydns befaßte. Außerdem moderierte er das Symposion „Jede Note von Haydn“, das 2007 vom Joseph Haydn-Institut und den Berliner Philharmonikern veranstaltet wurde.

Rainer Cadenbach war ein international renommierter Musikwissenschaftler, ein erfolgreicher und beliebter Lehrer, ein engagierter Musiker und ein wunderbarer Kollege und guter Freund. Sein viel zu frĂŒher Tod hinterlĂ€ĂŸt bei allen, die ihn kannten und schĂ€tzten, eine schmerzliche LĂŒcke.

Die Mitarbeiter des Instituts werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

 

 

Die klassische Sinfonie zwischen


Im Anschluß an die diesjĂ€hrige Mitgliederversammlung des Joseph Haydn-Instituts hielt Prof. Dr. Gernot Gruber, Wien, Mitglied im Vorstand des Instituts, in der Kölner UniversitĂ€t einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel Die klassische Sinfonie zwischen „autonomer Kunst“ und „Lebenswelt“.

 

 

 

 

Vortrag


Im Rahmen der Veranstaltungsreihe
Kölner Jahr der Geschichte 2007 hielt Prof. Dr. Klaus Wolfgang Niemöller, Mitglied im Vorstand des Joseph Haydn-Instituts e. V., am 29. Juni 2007 um 18.00 Uhr einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel “Joseph Haydn in Köln. Die Musik des Wiener Klassikers im politischen und kulturellen Wandel des 19. Jahrhunderts”. Die Veranstaltung fand im Musiksaal des Musikwissenschaftlichen Instituts der UniversitĂ€t zu Köln statt.

Auch beim “Kölner Tag der Geschichte” am 12. Mai 2007 in der Piazzetta des Historischen Rathauses zu Köln hat sich das Haydn-Institut prĂ€sentiert.

 

 

 

 

Tagungsbericht


Fast genau zwei Jahre nach der gleichnamigen
Tagung, die im Rahmen des DFG-Projekts Joseph Haydns Bearbeitungen von Arien anderer Komponisten vom Institut fĂŒr Musikwissenschaft der UniversitĂ€t WĂŒrzburg und dem Joseph Haydn-Institut veranstaltet wurde, ist der Tagungsbericht erschienen:

    Bearbeitungspraxis in der Oper des spĂ€ten 18. Jahrhunderts. Bericht ĂŒber die Internationale wissenschaftliche Tagung vom 18. bis 20. Februar 2005 in WĂŒrzburg. In Verbindung mit Armin Raab u. Christine Siegert hrsg. v. Ulrich Konrad, Tutzing: Hans Schneider, 2007 (WĂŒrzburger musikhistorische BeitrĂ€ge, Band  27). 343 S.

Der Band enthĂ€lt BeitrĂ€ge von Michele Calella („Zwischen Autorwillen und Produktionssystem. Zur Frage des ‚Werkcharakters‘ in der Oper des 18. Jahrhunderts“), Albert Gier („,ridotta ĂĄ vera opera‘? Zur Praxis der Libretto-Bearbeitung im 18. Jahrhundert am Beispiel Metastasios“), Christine Siegert („Joseph Haydns Bearbeitungen fĂŒr das FĂŒrstliche Opernhaus in EszterhĂĄza“), John A. Rice („Bearbeitungen italienischer Opern fĂŒr Wien 1765–1800“), Margaret R. Butler („AnnĂ€herungen an eine Kontextualisierung der Opera seria in EszterhĂĄza. RĂŒckschlĂŒsse aus Turin“), Panja MĂŒcke („Zum Bearbeitungsverfahren in Dresden am Beispiel von Mozarts Opern“), Klaus Pietschmann („Ein theatralisches Abenteuer. Zur Rezeption von Cimarosas L’impresario in angustie im deutschen Sprachraum“), Thomas Betzwieser („La vera costanza in Paris. Joseph Haydns Laurette [1791] zwischen dramatischer und musikalischer Bearbeitung“), Robert v. Zahn („Einlagen Haydns in Guglielmis La quakera spiritosa“), Daniel Brandenburg („Dramaturgie und ‚aggiustamenti‘ am Beispiel ausgewĂ€hler Librettodrucke zu Pasquale Anfossis Opera buffa I viaggiatori felici“), Martina Grempler („Rom als ‚Umschlagplatz‘ fĂŒr die komischen Opern Domenico Cimarosas. Die Bearbeitungen von Il credulo und L’impresario in angustie“), Arnold Jacobshagen („Reduktion und Beschleunigung. AndrĂ©-Ernest-Modeste GrĂ©trys ZĂ©mire et Azor in EszterhĂĄza“), Ulrich Konrad („Mozart als Bearbeiter eigener und fremder Opern“) und Armin Raab („Die Edition von [Opern-]Bearbeitungen in Komponistengesamtausgaben“) sowie ein ausfĂŒhrliches Register.

 

 

 

 


Unter dem Titel „Jede Note von Haydn? Wissenschaftliche Gesamtausgaben und aktuelle AuffĂŒhrungspraxis“ fand am Nachmittag des 9. Februar 2007 in der Berliner Philharmonie (Hermann-Wolff-Saal) ein Symposium der Stiftung Berliner Philharmoniker in Zusammenarbeit mit dem Joseph Haydn-Institut statt. Annette Oppermann, Armin Raab und Andreas Friesenhagen (Joseph Haydn-Institut) diskutierten mit Rainer Cadenbach (UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin), Martin Elste (Staatliches Institut fĂŒr Musikforschung Berlin), Stefan Piendl und Musikern der Berliner Philharmoniker. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Sinn und Nutzen eines historisch-kritischen Notentextes, nach Impulsen der Quellenforschung fĂŒr die Musikpraxis sowie Aspekte der Interpretations- und AuffĂŒhrungsgeschichte von Haydns Sinfonien und Oratorien. Die Veranstaltung begleitete eine Reihe von Konzerten der Berliner Philharmoniker, in denen Sir Simon Rattle die „Schöpfung“ und Sinfonien Haydns dirigierte. Weitere Informationen:
www.berliner-philharmoniker.de.

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Georg Feder †


Am 11. Dezember 2006 starb Prof. Dr. Georg Feder, der langjĂ€hrige wissenschaftliche Leiter des Joseph Haydn-Instituts.  

Georg Feder wurde am 30. November 1927 in Bochum geboren. Er studierte in TĂŒbingen, Göttingen und Kiel, wo er 1955 promoviert wurde. Von 1957 bis 1992 war er im Joseph Haydn-Institut in Köln tĂ€tig, davon dreißig Jahre als dessen wissenschaftlicher Leiter und Herausgeber der Gesamtausgabe Joseph Haydn Werke (JHW) sowie der 1965 von ihm ins Leben gerufenen Haydn-Studien. 1988 wurde ihm der Professorentitel verliehen; 2004 erhielt er in der Österreichischen Botschaft Berlin, Außenstelle Bonn, fĂŒr sein wissenschaftliches Lebenswerk das Österreichische Ehrenkreuz fĂŒr Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

54 der 110 BĂ€nde der Gesamtausgabe sind unter Georg Feders Leitung erschienen, acht davon hat er selbst als Herausgeber oder Mitherausgeber erarbeitet (Streichquartette JHW XII/1, XII/2, XII/3, XII/5, Klaviersonaten JHW XVIII/1–3, Messen JHW XXIII/1a). In den Haydn-Studien veröffentlichte er eine ganze Reihe von BeitrĂ€gen. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete er noch an den nachtrĂ€glichen Kritischen Berichten zu den BĂ€nden mit Klaviersonaten und den Streichquartetten „Opus 9“ und „Opus 17“ (JHW XII/2).

Georg Feder war einer der bedeutendsten Haydn-Forscher und Musikphilologen unserer Zeit. Als Vortragender war er ebenso gefragt wie als Herausgeber und Autor: Alleine die verschiedenen Folgen der Haydn-Bibliographie verzeichnen 104 Publikationen von ihm, dabei sind BeitrĂ€ge zu Tageszeitungen, Beihefte zu Schallplatten oder CDs, Rezensionen und Programmheftartikel ebensowenig mitgerechnet wie jene Publikationen, die nicht Haydn zum Thema haben. (So verfaßte Georg Feder mehrere wichtige BeitrĂ€ge zur Editionstechnik im Allgemeinen, allen voran die 1987 bei der wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienene EinfĂŒhrung Musikphilologie.) Zu den zentralen Publikationen der letzten Jahre zĂ€hlen die Lexikonartikel ĂŒber Joseph Haydn in der zweiten, neubearbeiteten Ausgabe der Musik in Geschichte und Gegenwart (2001) und im Mozart-Lexikon (2006), in denen Georg Feder den aktuellen Stand der Forschung zu Haydns Leben und Werk so kompetent bĂŒndelte, wie es kein zweiter vermocht hĂ€tte – insbesondere zum Problembereich von AuthentizitĂ€t, Fehlzuschreibungen und Echtheitskritik, der ihn wĂ€hrend seines ganzen Schaffens intensiv beschĂ€ftigte.

Georg Feder hat sich als wissenschaftlicher Autor höchstes Renommee erworben. Er verstand es aber auch wie nur wenige, fĂŒr ein nicht ausschließlich wissenschaftlich orientiertes Publikum zu schreiben. So haben viele Musikliebhaber seine als Taschenbuch erschienenen WerkeinfĂŒhrungen zu Haydns Streichquartetten und zum Oratorium „Die Schöpfung“ kennen und schĂ€tzen gelernt.

Die Geschicke des Joseph Haydn-Instituts verfolgte Georg Feder mit kritischer SolidaritÀt. Die neuen BÀnde der Gesamtausgabe und der Haydn-Studien fanden in ihm ihren vielleicht aufmerksamsten Leser. Mehrmals im Jahr war er bei uns im Institut zu Besuch, und immer war dabei auch sein Rat gefragt. Die Mitarbeiter des Joseph Haydn-Instituts werden Prof. Dr. Georg Feders stets in Dankbarkeit gedenken.

Nachruf im Newsletter der Society for Eighteenth-Century Music, S. 3 (James Webster)

 

 

 

 

 

 

Konzert mit Haydns Volksliedbearbeitungen in Mainz


Am 13. Juni 2006 fand in der Reihe
Musik im Landtag in Mainz ein GesprĂ€chskonzert statt. Das Haydn Trio Eisenstadt spielte zwei Klaviertrios Haydns und brachte zusammen mit der schottischen SĂ€ngerin Lorna Anderson mehrere Bearbeitungen schottischer Volkslieder zur AuffĂŒhrung. Zwei kurze VortrĂ€ge von Dr. Andreas Friesenhagen und Dr. Armin Raab vervollstĂ€ndigten das Programm.

 

 

 

 

 

 

Kölner ArchivfĂŒhrer

 
Signaturen, hrsg. vom Arbeitskreis Kölner Archivarinnen und Archivare, Köln 2006.

Unter dem Titel "Signaturen" stellen sich in einem neu erschienenen ArchivfĂŒhrer 39 Kölner Archive vor; neben dem Joseph Haydn-Institut sind das Historische Archiv der Stadt Köln, das Historische Archiv des Erzbistums Köln, das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels, das Historische Archiv des WDR, die Theaterwissenschaftliche Sammlung Schloss Wahn, das Deutsche Tanzarchiv und viele andere vertreten. Die einzelnen PortrĂ€ts gliedern sich in eine kurze Beschreibung, Zugangsbedingungen und Arbeitsmöglichkeiten sowie eine Übersicht ĂŒber die ArchivbestĂ€nde.

Bei Interesse schicken wir Ihnen gerne ein Exemplar zu.

 

 

 

 

 

 

DFG-Projekt: Arienbearbeitungen


Das im Mai 2003 gemeinsam vom Joseph Haydn-Institut Köln und dem
Institut fĂŒr Musikwissenschaft der Bayerischen Julius-Maximilians-UniversitĂ€t WĂŒrzburg begonnene, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt „Joseph Haydns Bearbeitungen von Arien anderer Komponisten“ (Leitung: Prof. Dr. Ulrich Konrad und Dr. Armin Raab) wurde im Mai 2006 erfolgreich abgeschlossen. Die Untersuchung der EsterhĂĄzyschen AuffĂŒhrungsmateriale in der Budapester SzĂ©chĂ©nyi Nationalbibliothek durch die Projektmitarbeiterin Dr. Christine Siegert förderte bislang unbekannte Bearbeitungen zutage und fĂŒhrte zu einer grundlegenden Neubewertung von Haydns TĂ€tigkeit als Opernkapellmeister. Einzelne Ergebnisse stellte Dr. Siegert in insgesamt acht VortrĂ€gen u. a. in Berlin, Weimar, Budapest und Mailand vor. Eine ausfĂŒhrliche Darstellung der Forschungsergebnisse wird in den Haydn-Studien erscheinen, die Arienbearbeitungen Haydns werden in Reihe XXVI der Gesamtausgabe publiziert.

Die Musikwissenschaft fĂŒhlt sich bis heute der Vorstellung vom abgeschlossenen, durch seinen Schöpfer letztgĂŒltig autorisierten Kunstwerk verpflichtet. Der Oper des 18. und 19. Jahrhunderts ist ein solcher emphatischer Werkbegriff jedoch nicht angemessen. Sie ist ein “offenes” Werk, das von AuffĂŒhrung zu AuffĂŒhrung VerĂ€nderungen unterworfen wird – die eher ausnahmsweise vom Komponisten bzw. Librettisten selbst stammen oder autorisiert sind.

Wie solche VerĂ€nderungen aussehen können, wenn sie von einem der schöpferischsten Komponisten seiner Zeit herrĂŒhren, zeigt Joseph Haydns Arbeit als Leiter des fĂŒrstlich EsterhĂĄzyschen Opernbetriebs. Zwischen 1773 und 1790 fĂŒhrte er etwa 140 Opern auf. Nur sechs davon stammten von ihm selbst, bei den anderen handelte es sich meist um italienische Werke, die er den lokalen Bedingungen und seinen eigenen Ă€sthetischen Vorstellungen anpasste.

Seine Eingriffe reichen von KĂŒrzungen und Transpositionen ĂŒber die ErgĂ€nzung von BlĂ€serstimmen bis hin zur Neukomposition von Abschnitten oder ganzen Arien. Da ein großer Teil des originalen AuffĂŒhrungsmaterials erhalten ist, besteht die fĂŒr die Operngeschichte des 18. Jahrhunderts einmalige Chance, die Änderungen bis ins Detail zu rekonstruieren.

 

 

 

 

 


Neben anderen Editions- und Forschungsinstituten ist auch das Joseph Haydn-Institut bei der Ausstellung Klingende DenkmĂ€ler der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute vertreten. Die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Musikforschung steht, hat das Ziel, einen grundlegenden Einblick in die musikwissenschaftliche EditionstĂ€tigkeit in Deutschland zu geben.

Seit ihrer Eröffnung anlĂ€ĂŸlich der Jahrestagung der Gesellschaft fĂŒr Musikforschung am 5. Oktober 2005 in der MĂŒnchner UniversitĂ€tsbibliothek war die Ausstellung an mehreren Orten zu Gast, etwa in der UniversitĂ€tsbibliothek TĂŒbingen, dem HĂ€ndel-Haus in Halle oder dem Foyer der Philharmonie Berlin. Einen Einblick in die Ausstellung bietet die Internet-Seite der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute.

 

 

 

 

 

 


 

Veranstaltungen zum 50jÀhrigen Bestehen des Joseph Haydn-Instituts
Internationaler wissenschaftlicher Kongreß


Am 26. Juni 2005 feierte das Joseph Haydn-Institut mit einem
Festakt sein 50jĂ€hriges Bestehen. Dem Festakt schloß sich ein öffentlicher Festvortrag ĂŒber Das Erhabene und das Pastorale als Gegenstand von Haydns Oratorium “Die Jahreszeiten” von James Webster (Ithaca, N. Y.) an, der gleichzeitig diente als EinfĂŒhrung in das  Festkonzert in der Kölner Philharmonie diente, bei dem Haydns Jahreszeiten vom GĂŒrzenich Chor Köln und der Philharmonie SĂŒdwestfalen unter Michael ReifaufgefĂŒhrt wurden.

Im Kapitelsamt im Kölner Dom am 26. Juni erklang Haydns Messe in B-Dur Hob. XXII:13 (“Schöpfungsmesse”), aufgefĂŒhrt durch die Domkantorei Köln sowie die Kölner Domkapelle unter Leitung von Winfried Krane.

Mit dem Thema 50 Jahre Joseph Haydn-Institut Köln beschĂ€ftigte sich auch eine Ausstellung, veranstaltet vom Joseph Haydn-Institut und KölnMusik, die vom 10. Juni bis zum 15. Juli im Foyer der Kölner Philharmonie zu sehen war. AnlĂ€ĂŸlich des JubilĂ€ums wurde die Arbeit des Joseph Haydn-Instituts in mehreren Radiosendungen gewĂŒrdigt, u. a. von Volker Frech (WDR3, Musikpassagen) und Raoul Mörchen (WDR5, Scala).

 

Vom 23. bis 25. Juni 2005 veranstalteten das Joseph Haydn-Institut und das Institut fĂŒr Musikwissenschaft der UniversitĂ€t Köln in Verbindung mit dem Referat Kirchenmusik im Erzbistum Köln einen internationalen Kongreß. Themenschwerpunkte der Referate bildeten unter anderem Haydns Opern und ihr Umfeld sowie Probleme der Edition.

Der Bericht ĂŒber den Kongreß erschien im November 2006 als Band IX der Haydn-Studien.

Symposium I: Perspektiven

Elaine Sisman (New York): Thinking in Works: Making Musical Meaning for Haydn’s Audiences
Tom Beghin (Montreal): “Son trĂšs humble & trĂšs obĂ©issant Serviteur”. MĂ€nnliche und weibliche Rhetorik in Haydns Klaviersonate Hob. XVI:40
LĂĄszlĂł Somfai (Budapest): Aktuelle Entwicklungen in der AuffĂŒhrungspraxis von Haydns Werken
Andreas Friesenhagen (Köln): Eine Haydn-Diskographie als Werkzeug der Rezeptionsforschung

Symposium II: Opernforschung

Katalin SzerzƑ (Budapest): Haydn-Quellen in der Ungarischen Nationalbibliothek
Terézia Bardi (Budapest): Newly Found Inventories of Esterhazy Sceneries
Robert v. Zahn (Köln): War Haydns Terzett “PietĂ  di me” (Hob. XXVb:5) eine Einlage fĂŒr EszterhĂĄza?
Christine Siegert (WĂŒrzburg/Köln): Die Fassungen der Arie “Dove mai s’ù ritrovato” aus Pasquale Anfossis “I viaggiatori felici”
David Buch (Iowa City): Conventions and Musical Imagery in Haydn’s Supernatural Operas
Regula Rapp (Berlin): Joseph Haydn und die Vielzahl der Welten: Il mondo della luna im Lichte einer Poetik der Kultur

Symposium III: Edition

Silke Schloen (Köln): Armida postum. Eine Warnung vor nachtrÀglichen Kritischen Berichten
Annette Oppermann (Köln): Haydns “Schöpfung”: Werkgenese und Edition
James Dack (Egham, Surrey): Haydn’s First English Text: the Madrigal “The Storm”
Stephen C. Fisher (Cambridge, Mass.): Haydn’s Orchestral Finale in D Major Hob. Ia:4
Sonja Gerlach (MĂŒnchen): AuthentizitĂ€tsprobleme bei Haydns KlavierstĂŒcken
Marianne Helms (Köln): Die Edition von Haydns spĂ€tem “Te Deum”
Armin Raab (Köln): Neu entdeckte Messen Joseph Haydns? Eine Fallstudie zur Echtheitsproblematik
 

Begleitet wurde der Kongreß von einem Workshop mit Tom Beghin sowie drei Konzerten in der Musikhochschule Köln:

Das Leben ist ein Traum
Lieder von Joseph Haydn und Zeitgenossen
Kai Wessel, Countertenor
– Gerald Hambitzer, Fortepiano

Maestro, e direttore dello spettacolo Sig. Giuseppe Haiden
Einblicke in Joseph Haydns Arbeit als Opernkapellmeister: Arien und Szenen italienischer Komponisten in Bearbeitungen Haydns fĂŒr das Opernhaus in EszterhĂĄza
Studierende der Musikhochschule Köln, Ltg.: Gerald Hambitzer

Höfische Rede oder musikalischer Brief
Klaviersonaten von Joseph Haydn
Tom Beghin, Cembalo und Hammerklavier

 

 

 

 

 

 

Bearbeitungen schottischer und walisischer Volkslieder
VollstÀndige Einspielung auf Basis der Gesamtausgabe
Austria Day Celebrations


Das Haydn Trio Eisenstadt (Harald Kosik, Klavier; Verena Stourzh, Violine; Hannes Gradwohl, Violoncello) nimmt mit den beiden schottischen SĂ€ngern Lorna Anderson, Sopran, und Jamie MacDougall, Tenor, sĂ€mtliche Bearbeitungen schottischer, walisischer und irischer Volkslieder auf insgesamt 16 CDs auf. Die ĂŒber 400 Bearbeitungen Haydns entstanden 1791/92, 1794/95 und 1800–1804 fĂŒr verschiedene schottische Verleger. Die Aufnahmen des Haydn Trio Eisenstadt erfolgen nach dem Notentext der vom Haydn-Institut herausgegebenen Gesamtausgabe; die Gliederung der insgesamt 16 CDs in einzelne Volumes folgt den fĂŒnf BĂ€nden mit Volksliedbearbeitungen in dieser Ausgabe (Joseph Haydn Werke, Reihe XXXII, Band 1–5). NĂ€heres zu dem Projekt unter
www.haydntrioeisenstadt.at.

AnlĂ€ĂŸlich der von der University of Glasgow veranstalteten Austria Day Celebrations fĂŒhrten Lorna Anderson, Jamie MacDougall und das Haydn Trio Eisenstadt am 27. Oktober 2005 Bearbeitungen schottischer Lieder sowie Klaviertrios von Haydn vor geladenen GĂ€sten in der Signet Library zu Edinburgh auf. Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung hielt Dr. Andreas Friesenhagen am 28. Oktober an der UniversitĂ€t Glasgow die Cramb Lecture unter dem Titel “’...for an obscure music seller ...’. Haydn’s arrangements of Scottish songs for William Whyte”.

 

 

 

 

Internationales Musikwissenschaftliches Symposium


Am 13. und 14. September 2004 fand im Rahmen der
Internationalen Haydntage in Schloß EsterhĂĄzy in Eisenstadt ein wissenschaftliches Symposium ĂŒber Dokumentarische Grundlagen in der Haydnforschung statt, veranstaltet von der Internationalen Joseph Haydn Privatstiftung Eisenstadt, den Haydn Festspielen Eisenstadt (Intendant: Dr. Walter Reicher) und der BurgenlĂ€ndischen Kulturabteilung. Die wissenschaftliche Betreuung hatte Prof. Dr. Georg Feder.

Das Joseph Haydn-Institut war bei dem Symposium mit einem Vortrag von Dr. Robert v. Zahn ĂŒber “Erfassung und Auswertung von EsterhĂĄzyschen Dokumenten durch das Joseph Haydn-Institut” vertreten.

 

 

 

 

Kongress der Gesellschaft fĂŒr Musikforschung


Vom 16. bis 21. September 2004 fand in der Hochschule fĂŒr Musik “Franz Liszt” in Weimar der
XIII. Internationale Kongreß der Gesellschaft fĂŒr Musikforschung statt, der  das Thema “Musik und kulturelle IdentitĂ€t” behandelte.

Dr. Christine Siegert, damals Mitarbeiterin des Joseph Haydn-Instituts im Rahmen des DFG-Projektes Joseph Haydns Bearbeitungen von Arien anderer Komponisten, war mit einem Referat mit dem Titel “ ’
 auf unser Personale (zu Esterház in Ungarn) gebunden’. Bemerkungen zu Joseph Haydns Opernbearbeitungen am Beispiel von Pasquale Anfossis La finta giardiniera” vertreten.

 

 

 

 

Internationales Symposium


Im Kammersaal der UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin fand vom 29. September bis 2. Oktober 2004 das internationale Symposium Oper im Aufbruch – Gattungskonzepte des deutschsprachigen Musiktheaters um 1800 statt. Behandelt wurden die Themenkomplexe “Zum Wandel der Operngattungen um 1800”, “Etablierung der Gattung Oper in Deutschland”, “Einflußfelder – Zum EuropĂ€ischen Kontext”, “Singspielrezeption in Italien und Frankreich” sowie “Das Singspiel in Wien”. Im Zusammenhang mit dem Symposium kam am 30. September Joseph Weigls Oper Die Schweizer Familie zur AuffĂŒhrung.

Dr. des. Christine Siegert, zur Zeit Mitarbeiterin des Joseph Haydn-Instituts im Rahmen des DFG-Projektes Joseph Haydns Bearbeitungen von Arien anderer Komponisten, referierte ĂŒber “Rezeption durch Modifikation – Verbreitungswege italienischer Opern des spĂ€ten 18. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum”.

Das Symposium wurde veranstaltet von der UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin sowie der UniversitĂ€t Köln und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Information
Musikwissenschaftliches Institut der UniversitÀt zu Köln
DFG-Opernprojekt “Die Oper in Italien und Deutschland 1770–1830”
oper-im-aufbruch@uni-koeln.de
www.opernprojekt.uni-koeln.de

 

 

 

 

Internationale wissenschaftliche Tagung


Vom 18. bis 20. Februar 2005 fand im Institut fĂŒr Musikwissenschaft der UniversitĂ€t WĂŒrzburg (Residenz) eine internationale wissenschaftliche Tagung zur
Bearbeitungspraxis in der Oper des spĂ€ten 18. Jahrhunderts statt.

Die Praxis der Bearbeitung war im Musiktheaterbetrieb des 18. Jahrhunderts allgegenwĂ€rtig. Die Opern wurden, wenn sie an anderen Orten nachgespielt wurden, den BedĂŒrfnissen des jeweiligen Theaters angepasst und noch wĂ€hrend der AuffĂŒhrungsserien weiter modifiziert. Opernexperten aus dem In- und Ausland werden sich diesem Thema von unterschiedlichen Standpunkten aus nĂ€hern. Neben grundlegenden VortrĂ€gen aus der Sicht von Musik- und Theaterwissenschaft sowie der Librettoforschung sind Fallstudien insbesondere zu Komponisten vorgesehen, die im internationalen Spielplan der Zeit eine tragende Rolle einnahmen, wie Pietro Alessandro Guglielmi, Domenico Cimarosa und Pasquale Anfossi, aber auch Wolfgang AmadĂ© Mozart. Einen weiteren Komplex bilden Theater einzelner Opernzentren wie Dresden, Wien oder Turin sowie das FĂŒrstliche Opernhaus in EszterhĂĄza.

Sektion I
Die Opernbearbeitung aus Sicht der Musikwissenschaft, der Musiktheaterwissenschaft und der Librettologie

Michele Calella (ZĂŒrich): Zwischen Autorwillen und Produktionssystem: Zur Frage des «Werkcharakters» der Oper im spĂ€ten 18. Jahrhundert
Albert Gier (Bamberg): «Ridotta a vera opera»? Zur Praxis der Libretto-Bearbeitung im 18. Jahrhundert am Beispiel Metastasios

Sektion II
Die Praxis der Opernbearbeitung an europÀischen Theatern

Christine Siegert (WĂŒrzburg / Köln): Joseph Haydns Bearbeitungen fĂŒr das FĂŒrstliche Opernhaus in EszterhĂĄza
John A. Rice (Rochester, USA): Editing Italian Operas for Vienna
Margaret Butler (Tuscaloosa, USA): Towards a Context for Opera at EszterhĂĄza: The Evidence from Turin
Panja MĂŒcke (Marburg): Zum Bearbeitungsverfahren in Dresden am Beispiel von Mozarts Opern

Sektion III
Die Praxis der Opernbearbeitung im Werk einzelner Komponisten

Klaus Pietschmann (ZĂŒrich): Ein theatralisches Abenteuer: Zur Rezeption von Cimarosas «L’impresario in angustie» im deutschen Sprachraum
Robert von Zahn (Köln): Guglielmis «Quakera spiritosa» in Wien und Eszterhåza
Daniel Brandenburg (Bayreuth): Dramaturgie und “aggiustamenti” in der Opera buffa am Beispiel ausgewĂ€hlter Werke von Pasquale Anfossi
Martina Grempler (Bonn): Rom als «Umschlagplatz» fĂŒr die komischen Opern Domenico Cimarosas
Arnold Jacobshagen (Bayreuth): Italienische AuffĂŒhrungen von AndrĂ©-Ernest-Modeste GrĂ©trys «ZĂ©mire et Azor»
Ulrich Konrad (WĂŒrzburg): Mozart als Bearbeiter fremder und eigener Opern

Sektion IV
Die Opernbearbeitung aus editorischer Sicht und im Kontext der Opernforschung

Armin Raab (Köln): Die Edition von Opernbearbeitungen in Komponistengesamtausgaben

Die Tagung wurde im Zusammenhang mit dem DFG-Projekt Joseph Haydns Bearbeitungen von Arien anderer Komponisten durchgefĂŒhrt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Veranstalter waren das Musikwissenschaftliche Institut der UniversitĂ€t WĂŒrzburg und das Joseph Haydn-Institut Köln.

 

 

 

 

Kooperation mit dem Kölner GĂŒrzenich-Chor:
Zyklische AuffĂŒhrung der vier Oratorien Haydns


Der
GĂŒrzenich-Chor wird bis 2007 unter Leitung von Michael Reif alle Oratorien Joseph Haydns in Köln auffĂŒhren: Das erste Konzert der Reihe mit Il Ritorno di Tobia fand am 20. Juni 2004 in der Trinitatiskirche statt. Im Festkonzert zum fĂŒnfzigjĂ€hrigen Bestehen des Joseph Haydn-Instituts in der Kölner Philharmonie erklangen am 26. Juni 2005 Die Jahreszeiten. Am 19. Februar 2006 folgte, ebenfalls in der Kölner Philharmonie, Die Schöpfung. 2007 sollen zum Abschluß der Reihe Die sieben letzten Worte zur AuffĂŒhrung kommen.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts hat das Joseph Haydn-Institut ĂŒbernommen. Die Mitarbeiter des Instituts beraten die AusfĂŒhrenden in auffĂŒhrungspraktischen Fragen und bieten EinfĂŒhrungsveranstaltungen zu den einzelnen Konzerten.

 

 

 

 

 

 

Konzert anlĂ€ĂŸlich der Veröffentlichung des Streichquartett-Bandes


Am 27. November 2003 wurde auf Einladung der Gesandten Dr. Senta Wessely-Steiner der neu erschienene Band XII/6 der Gesamtausgabe (Streichquartette “Opus 76”, “Opus 77” und “Opus 103”) in der Österreichischen Botschaft, Außenstelle Bonn, öffentlich vorgestellt. Es spielte das Cuarteto Casals (Barcelona); das Konzert wurde vom Westdeutschen Rundfunk Köln aufgezeichnet.

 

 

 

 

 

 

Veröffentlichung einer Haydn fÀlschlich zugeschriebenen Messe


Ende 2002 erschien bei HĂ€nssler Classic eine Compact-Disc “Joseph Haydn. Missa solemnis” (CD 98.432). Die vom Collegium musicum St. Gallen und der SĂŒdwestdeutschen Philharmonie Konstanz unter Leitung von Mario Schwarz eingespielte Messe wurde Anfang 2003 auch im Druck veröffentlicht (“Joseph Haydn. Missa solemnis in C”; Edition Kunzelmann, Adliswil). Laut Vorwort stellen “die Herausgeber Friedrich HĂ€gele und Mario Schwarz ... mit der vorliegenden Partitur die neu entdeckte ‚Missa solemnis‘ von Jos. Haydn vor.”

Es handelt sich jedoch um eine der ĂŒber zweihundert Messen, die Haydn fĂ€lschlich zugeschrieben wurden; der wahre Komponist ist vermutlich Vaclav (Wenzl) Pichl (1741–1805).

Am 2. Juni 2003 veranstaltete die Staatliche Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst Stuttgart eine Diskussion ĂŒber die Messe. Teilnehmer waren Prof. Dr. Rainer Cadenbach (UniversitĂ€t der KĂŒnste, Berlin), Dr. Ulrich DrĂŒner (Musikantiquariat DrĂŒner, Stuttgart), Dr. Armin Raab (Joseph Haydn-Institut, Köln), Prof. Dr. Dörte Schmidt (Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart), Dr. Wolf-Dieter Seiffert (G. Henle Verlag, MĂŒnchen). Die Moderation hatte Prof. Dr. Joachim Kremer (Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart). Dabei bestand Einigkeit darĂŒber, daß die Messe nicht von Haydn stammen kann.

Siehe hierzu auch die BeitrĂ€ge “Eine neu entdeckte Missa solemnis von Joseph Haydn?” (in: Concerto, XX/183 [Mai 2003], S. 22–23) und “Vermarktung einer Fehlzuschreibung” (in: Haydn-Studien, VIII/3 [September 2003], S. 293–295) von Armin Raab.

Rezension der CD durch Andreas Friesenhagen (in: Fono Forum, Februar 2003, S. 81).

 

 

 

 

 


 

Haydn-Marathon der Berliner Philharmoniker


In der Berliner Philharmonie fand am 30. MĂ€rz 2003 ein Haydn-Marathon statt. Mitglieder der
Berliner Philharmoniker spielten Streichquartette, Klaviertrios und Divertimenti von Joseph (sowie von Michael) Haydn; Studenten der Hochschule fĂŒr Musik “Hanns Eisler” sangen Lieder und Arien Haydns. Die Moderation hatte Dr. Karl-Dietrich GrĂ€we. Auch das Joseph Haydn-Institut war beim Marathon vertreten: Dr. Armin Raab hielt einen Vortrag “In dem Kammerstil habe ich ausser denen Berlinern fast allen Nationen zu gefallen das GlĂŒck gehabt” – Joseph Haydn als Meister der Kammermusik. Außerdem wurden BĂ€nde der Gesamtausgabe ausgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Internationales Symposium 2002
Haydns Bearbeitungen schottischer Volkslieder


Das schottische Volkslied beschĂ€ftigte um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert einige der fĂŒhrenden Komponisten Europas. Den entscheidenden Impuls dafĂŒr hatte der Volksliedenthusiast George Thomson aus Edinburgh gegeben. FĂŒr seine Veröffentlichungen - die sich in eine lange Tradition von gedruckten Sammlungen schottischer Volkslieder einreihen - schrieben Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber und etliche weitere Musiker BegleitsĂ€tze fĂŒr Klavier, Violine und Violoncello.

Haydns Bearbeitungen stehen zeitlich im Kontext seiner Londoner Sinfonien, der großen deutschen Oratorien und der letzten Messen. Zu einem gewichtigen Teil seines SpĂ€twerks werden sie allein schon durch ihre Anzahl: Haydn bearbeitete an die 400 Melodien (darunter auch walisische und irische), davon etwa die HĂ€lfte fĂŒr Thomson, die anderen fĂŒr die Verleger William Napier aus London und William Whyte aus Edinburgh. Wenn diese Werkgruppe dennoch bislang kaum gebĂŒhrend gewĂŒrdigt wurde, so liegt das nicht zuletzt daran, daß nur wenige der Lieder in Neuausgaben zugĂ€nglich waren. Dies Ă€ndert sich nun: Die Haydn-Gesamtausgabe wird binnen weniger Jahre sĂ€mtliche dieser Bearbeitungen vorlegen. Die BĂ€nde 1 und 2 sind bereits veröffentlicht; Band 3, herausgegeben von Marjorie Rycroft, Warwick Edwards und Kirsteen McCue, ist 2002 erschienen. Die BĂ€nde 4 und 5 sind in Vorbereitung.

Aus diesem Anlaß veranstaltete das Joseph Haydn-Institut in Köln in Verbindung mit dem Institut fĂŒr Musikwissenschaft der UniversitĂ€t Köln ein internationales Symposium. VortrĂ€ge des Symposiums sind im neuesten Heft der Haydn-Studien erschienen. Das abschließende Roundtable-GesprĂ€ch mit Georg Feder, Friedrich C. Heller, Armin Raab, Marjorie Rycroft, Wolf-Dieter Seiffert, Petra Weber-Bockholdt und James Webster war der angestrebten Verbindung von Wissenschaft und Praxis gewidmet.

Bei einem Konzert im Rahmen des Symposiums wurden die 2001 und 2002 erschienenen BĂ€nde der Haydn-Gesamtausgabe aus der Haydn-Gesamtausgabe vorgestellt. Christian Gerhaher, Bariton, Wolf Dieter Streicher, Violine, Francis Gouton, Violoncello, und Gerold Huber, Klavier, boten eine Auswahl von Liedern fĂŒr die Verleger William Napier und George Thomson, darunter auch einige der eben veröffentlichten Lieder mit Variationen sowie Bearbeitungen von Haydns SchĂŒler Sigismund Neukomm, die unter Haydns Namen veröffentlicht wurden. Das Konzert wurde vom WDR mitgeschnitten.

Restexemplare des Programmheftes zum Konzert, das einen Beitrag von Marjorie Rycroft enthÀlt, können beim Joseph Haydn-Institut angefordert werden.
Ein Bericht ĂŒber die Veranstaltung erschien im
Kölner Stadt-Anzeiger.